Verantwortungsbewusstes Spielen

Glücksspiel soll Unterhaltung bleiben. Es ist keine Geldanlage, keine verlässliche Einnahmequelle und keine Möglichkeit, finanzielle Probleme zu lösen. Jeder Einsatz kann vollständig verloren gehen. Auch ein hoher RTP, ein Bonus oder frühere Gewinne ändern nichts daran, dass der mathematische Vorteil langfristig beim Anbieter liegt.

derSpielCheck empfiehlt ausschließlich Angebote für Erwachsene ab 18 Jahren und berücksichtigt Spielerschutz als festen Bestandteil jeder Anbieterbewertung. Gleichzeitig kann keine technische Schutzmaßnahme die persönliche Kontrolle vollständig ersetzen. Wer merkt, dass das Spielen belastend wird, sollte frühzeitig eine Pause einlegen oder professionelle Hilfe nutzen.

Setzen Sie persönliche Grenzen

Legen Sie vor dem Spielen fest, wie viel Zeit und Geld Sie maximal einsetzen möchten. Verwenden Sie ausschließlich einen Betrag, dessen vollständigen Verlust Sie finanziell verkraften können. Geld für Miete, Lebensmittel, Kredite, Versicherungen oder andere Verpflichtungen darf niemals als Spielbudget betrachtet werden.

Das gesetzliche anbieterübergreifende Einzahlungslimit beträgt grundsätzlich 1.000 Euro pro Kalendermonat. Dieser Betrag ist eine Obergrenze und ausdrücklich keine Empfehlung. Ein persönliches Limit sollte sich an der eigenen finanziellen Situation orientieren und kann deutlich niedriger liegen.

Erlaubte Anbieter müssen zusätzliche anbieterbezogene Einzahlungs-, Einsatz- und Verlustlimits ermöglichen. Eine Verringerung wird sofort wirksam. Eine Erhöhung greift dagegen erst nach einer gesetzlichen Schutzfrist von sieben Tagen. Sinnvoll sind außerdem feste Zeitlimits, spielfreie Tage und regelmäßige Kontrollen des eigenen Spielverlaufs.

Versuchen Sie niemals, Verluste durch höhere Einsätze zurückzugewinnen. Dieses sogenannte „Chasing“ führt häufig dazu, dass sich Verluste weiter vergrößern.

Warnzeichen problematischen Spielverhaltens

Problematisches Glücksspiel entwickelt sich oft schrittweise. Warnsignale sind beispielsweise längere oder häufigere Spielsitzungen als geplant, steigende Einsätze, das Verheimlichen des Spielverhaltens und der Versuch, Verluste sofort auszugleichen.

Auch geliehenes Geld, aufgeschobene Rechnungen, Schlafprobleme, Gereiztheit oder Konflikte mit Angehörigen können auf einen Kontrollverlust hinweisen. Kritisch ist zudem, wenn sich Gedanken zunehmend um das nächste Spiel drehen oder Arbeit, Beziehungen und Freizeitaktivitäten vernachlässigt werden.

Wer eines oder mehrere dieser Anzeichen erkennt, sollte das Spielen unterbrechen. Ein weiterer Einsatz ist keine Lösung für bereits entstandene Verluste.

Spielpause und 24-Stunden-Sperre

Erlaubte Online-Spielotheken müssen einen deutlich sichtbaren Panikbutton bereitstellen. Nach der Betätigung wird sofort eine anbieterübergreifende 24-Stunden-Sperre aktiviert. Eine zusätzliche Bestätigung darf nicht verlangt werden. Die Kurzzeitsperre endet nach Ablauf der 24 Stunden automatisch.

Diese Funktion ist für eine unmittelbare Unterbrechung gedacht. Wenn eine längere Pause erforderlich ist oder wiederholt Kontrollprobleme auftreten, ist eine reguläre OASIS-Selbstsperre die sicherere Maßnahme.

OASIS-Selbstsperre

OASIS ist das bundesweite und spielformübergreifende Spielersperrsystem. Eine eingetragene Sperre gilt bei allen angeschlossenen Glücksspielangeboten – nicht nur bei der Spielothek, über die sie beantragt wurde.

Die Mindestdauer einer Selbstsperre beträgt grundsätzlich ein Jahr. Im Antrag kann eine andere Dauer festgelegt werden, sie darf jedoch drei Monate nicht unterschreiten. Anders als die 24-Stunden-Sperre endet eine reguläre OASIS-Sperre nicht automatisch. Nach Ablauf der Mindestdauer muss die gesperrte Person ihre Aufhebung beim Regierungspräsidium Darmstadt beantragen.

Eine Fremdsperre kann unter bestimmten Voraussetzungen durch Anbieter oder Dritte angestoßen werden. Betroffene erhalten vor der Eintragung grundsätzlich Gelegenheit zur Stellungnahme. Fremdsperren haben eine Mindestdauer von einem Jahr.

Kostenlose und vertrauliche Hilfe

Problematisches Glücksspiel ist behandelbar. Unterstützung steht sowohl Spielern als auch Angehörigen kostenlos und vertraulich zur Verfügung.

Die BIÖG-Telefonberatung zur Glücksspielsucht ist unter 0800 1 37 27 00 erreichbar. Die Beratung ist montags bis donnerstags von 10 bis 22 Uhr sowie freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr besetzt.

Weitere Informationen und digitale Beratungsangebote finden Sie bei Check dein Spiel. Anträge und Informationen zur Selbstsperre stellt das Regierungspräsidium Darmstadt bereit.

Wenn Glücksspiel bereits finanzielle, psychische oder familiäre Probleme verursacht, warten Sie nicht auf einen möglichen Gewinn. Beenden Sie das Spiel, sperren Sie den Zugang und nehmen Sie Unterstützung in Anspruch.